Wurzelbehandlung

Wurzelbehandlung2017-05-12T01:36:12+00:00

Rasante Entwicklungen im Bereich der hochwertigen Wurzelbehandlung ermöglichen es heute, selbst massiv geschädigte und wurzeltote Zähne zu retten.

Während Patienten noch bis vor wenigen Jahren nur zwischen der kompletten Zahnextraktion oder einer lediglich schmerzstillenden Wurzelbehandlung, bei der zudem häufig so genannte „Herdkrankheiten“ entstanden, wählen konnten, ist das Ziel der heutigen modernen Zahnmedizin die möglichst lange Erhaltung des Zahns.

Im Bereich der Endodontie haben sich die Möglichkeiten der Zahnerhaltung in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt. Allerdings bedarf es auf diesem Gebiet einer intensiven Fortbildung und einer speziellen technischen Praxisausstattung.

Diagnostik

Die ersten Phasen einer Zahnmarkerkrankung können sehr schmerzhaft sein. Die weitere Entwicklung erfolgt häufig schleichend (chronischer Prozess). Später kommt es zur Auflösung des Knochens um die Wurzelspitze, wodurch das Immunsystem belastet wird. Nach einiger Zeit können erneut starke Schmerzen auftreten (akute Verschlimmerung des chronisches Prozesses).

Entzündetes Zahnmark

Fortgeschrittene Entzündung

Knochenabbau an der Wurzelspitze

Das Zahnmark kann auch langsam absterben (Nekrose). Diese Entwicklung erfolgt schleichend und ist meist nicht mit Schmerzen verbunden. Auch hier kommt es später zur Auflösung des Knochens um die Wurzelspitze. Da der Patient keine Schmerzen verspürt, werden diese Prozesse häufig nur durch gezielte Untersuchungen entdeckt. Trotz Beschwerdefreiheit belastet der „Zahnherd“ das Immunsystem und auch andere Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden (Fernwirkung).

Wird die Pulpaerkrankung nicht behandelt, können sich Bakterien und deren Stoffwechselprodukte durch die Blutbahn im Körper verteilen und so genannte Herdkrankheiten verursachen. Häufig leiden die Patienten an Übermüdung, Migräne oder Gelenkschmerzen. Auch können z. B. die Nieren oder die Herzklappen angegriffen werden.
Daher ist es wichtig alle 2-3 Jahre auch bei Beschwerdefreiheit routinemäßge Röntgenuntersuchungen der Zähne durchzuführen.

Technik

Für eine effiziente Wurzelbehandlung müssen Bakterien restlos aus dem Wurzelkanal beseitigt werden.

Dazu kann man einen speziellen Spanngummi, genannt „Kofferdam“, benutzen, welcher den Zahn isoliert und auch das Eindringen von Bakterien aus der Mundhöhle in den Zahn verhindert. Gleichzeitig wird vermieden, dass der Patient kleine Instrumente oder Materialien verschluckt.

Unter örtlicher Betäubung ist die Behandlung schmerzfrei. Nach Entfernung der Karies und nach der Schaffung eines Zugangs in den Zahn werden die Kanaleingänge dargestellt. Die Länge jedes einzelnen Wurzelkanals wird exakt unter Anwendung eines so genannten Endometers bestimmt. Im Anschluss wird die festgelegte Wurzellänge mit Hilfe einer Röntgen – Messaufnahme überprüft. Abhängig vom zu behandelten Zahn kann die Anzahl der Kanäle stark variieren.

Da die Kanaleingänge oft sehr eng sind werden bisweilen eine stark vergrößernde Lupenbrille verwendet.
Danach erfolgt die Aufbereitung mit Hilfe von speziellen, sehr feinen Instrumenten aus einer Nickel-Titan-Legierung oder Edelstahl und kann manuell oder maschinell erfolgen. Danach werden die Kanäle gereinigt und so ausgeformt, dass später eine dichte Wurzelfüllung möglich ist. Für eine möglichst vollständige Reinigung des Kanalsystems wird die mechanische Aufbereitung durch Spülungen mit desinfizierenden Lösungen ergänzt.

Spülung des Wurzelkanals

Kanalaufbereitung

Wurzelfüllung

Häufig kann eine Wurzelkanalbehandlung nicht in einer Sitzung abgeschlossen werden. In diesem Fall wird der Zahn bis zum nächsten Termin mit einer medikamentösen Einlage versorgt.

Danach werden die Wurzelkanäle mit bioverträglichen Materialien mit Hilfe von zeit- und materialaufwändigen Kondensationsverfahren gefüllt.
Für einen langfristigen Erfolg ist jedoch entscheidend, dass die Zahnkrone bei kleinen Defekten adhäsiv restauriert wird und bei großen Defekten häufig mit einem Stiftaufbau und Zahnersatz versehen wird.

Recall

Um den Erfolg der Wurzelbehandlung zu sichern, müssen in regelmäßigen Abständen Kontroll-Röntgenbilder gemacht werden. Dafür sind routinemäßige Besuche beim Zahnarzt nötig.