Parodontologie

Parodontologie 2017-05-12T01:26:39+00:00

Zahnfleischentzündungen sind neben der Karies die häufigste Erkrankung in der Mundhöhle und meist Ursache für den Zahnverlust in der zweiten Lebenshälfte.
Gesundes Zahnfleisch hat am Zahn entlang einen girlandenförmigen Verlauf und eine blassrosa Farbe. Der gesunde Zahn ist von einer Zahnfleischtasche von 1 – 2 mm umgeben.
Der Zahnhalteapparat (Parodont) ist das funktionelle Befestigungssystem jedes Zahnes. Er besteht aus verschiedenen Stützgeweben, welche die Funktion haben, den Zahn im Knochen zu verankern und dabei die Belastungen auf diesen zu übertragen.

Zahnfleischerkrankungen haben oft mehrere Ursachen

  • mangelnde Mundhygiene
  • Engstand und Fehlstellungen der Zähne
  • kohlenhydratreiche Ernährung (Zucker/Stärke)
  • Rauchen
  • intensiver Alkoholgenuss
  • innere Erkrankungen, z. B. Diabetes, Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose
  • Genetisch Ursachen

Diagnostik

Eine initiale Diagnostik kann eine Fotodokumentation, die Erstellung diverser Indizes (z. B. Plaqueindex, API) und Röntgenaufnahmen beinhalten. Bei den Röntgenaufnahmen wird eine Panoramaschichtaufnahme angefertigt. Von nicht vital reagierenden und wurzelgefüllten sowie nicht auf der Aufnahme ausreichend erkennbaren Zähnen werden Zahnfilme erstellt. Die Röntgendiagnostik gibt Auskunft über Zustand, Form und Beschaffenheit von Zahnhartsubstanz, Alveolarknochen, Parodontalspalt und Restaurationen.

Nach Erhebung eines Parodontalstatus kann eine zusätzliche spezielle Diagnostik notwendig sein. Heute gibt es im Bereich der Mikrobiologie und Immunologie durch verbesserte Nachweismethoden die Möglichkeit die klinische Diagnostik zu ergänzen. Diese Verfahren konzentrieren sich auf den Nachweis mutmaßlicher parodontalpathogener Bakterien.
Diese so genannte Antibiogrammerstellung schafft die Möglichkeit durch „Entlarvung“ der genauen Keime diese auch systemisch über gezielte Antibiotikagabe zu bekämpfen und somit das klinische Bild zu verbessern. Wir arbeiten in unserer Praxis mit dem renommierten Labor IAI Pado Test zusammen.

Vor Beginn einer Parodontalbehandlung ist eine klinische Befunderhebung des Zahnhalteapparates (Parodontium) nötig. Da die radiologische Bewertung eher einen überprüfenden Charakter hat, sind die Sondierungswerte und die Beurteilung des Parodontiums sichere Parameter für die Diagnostik.

Die Zahnfleischtaschen werden mit parodontalen Messsonden überprügt und dokumentiert, auch die Blutung aus der Zahnfleischtasche wird bewertet. Bei Code 3 und Code 4 wird eine Parodontalbehandlung notwendig. (PSI-Code-Erhebung)

Vor Beginn einer Parodontalbehandlung ist eine Befunderhebung des Zahnhalteapparates (Parodontium) nötig. Da die radiologische Bewertung eher einen überprüfenden Charakter hat, sind die Sondierungswerte und die Beurteilung des Parodontiums sichere Parameter für die Diagnostik.

Die Zahnfleischtaschen werden gemessen, die Blutung wird beobachtet. Bei Code 3 und Code 4 wird eine Parodontalbehandlung notwendig.

Zahnfleischbehandlung: Technik

Eine Parodontal-Behandlung richtet sich nach Erkrankungsschwere und -dauer.

Der erste Schritt: Die Vorbehandlung dient dem Ausschalten von Störfaktoren, die das Krankheitsbild auslösen oder begünstigen. Dazu gehört die Reinigung der Zähne von harten und weichen Belägen sowie die Beseitigung überstehender Füllungsränder. Begleitend erfolgt die Aufklärung über die individuelle Mundhygiene und deren Einübung.

Gereinigte und plaquefreie Zähne bilden die Grundvoraussetzung zum Erfolg der Zahnfleischbehndlung.

Der zweite Schritt: Die Parodontal-Behandlung
Dabei werden unter lokaler Betäubung die Wurzeloberflächen und Zahnfleischtaschen von Bakterien und anhaftenden Belägen gereinigt und geglättet. Zur Unterstützung der Heilung können bestimmte Zahnpasten, Spüllösungen oder die orale Gabe von Antibiotika (siehe Antibiogramm oben) eingesetzt werden. Falls der Knochenverlauf ungünstig ist oder die Zahnfleischtaschen sehr tief sind, kann ein chirurgisches Vorgehen erforderlich werden.

Während der Parodontitisbehandlung können zusätzliche therapeutische Maßnahmen wie Medikamentenschienen, Spüllösungen oder die orale Einnahme von Antibiotika eingesetzt werden.Der individuelle Befund gibt die Therapie vor.

Geschlossene Kürettage

Die geschlossene Kürettage ist die Standard-Therapie der Parodontitis, die ohne operativen Eingriff verläuft.

Sie beinhaltet die intensive Reinigung der Wurzeloberflächen von Bakterien und festen Belägen sowie die Glättung der Wurzeloberflächen unter Einsatz von speziellen Hand- und Ultraschallinstrumenten. In unserer Praxis kommt ein von führenden Parodontologen empfohlenes Ultraschall-Instrument im besonders hochfrequenten Bereich zum Einsatz, welche eine gründliche und sogleich schonende Reinigung der Wurzeloberfläche ermöglicht (KaVo Sonicflex).

Offene Kürettage (Lappenoperation)

Im Seitenzahnbereich wird die offene Kürettage bei Furkationsbeteiligung (Wurzelzwischenräume) und tiefen vertikalen Knocheneinbrüchen eingesetzt. Dieser chirurgische Eingriff ermöglicht einen direkten Zugang und Sicht zu den parodontalen Schäden und somit die bessere und intensivere Reinigung der Wurzel- und Knochenoberflächen.
Selbstverständlich bieten wir Ihnen auch die Möglichkeit, geeignete Knochendefekte mit Knochenaufbaumaterialien zu versorgen. Diese sogenannte regenerative Parodontitis-Therapie wird mit hochwertigen Materialien deutscher Hersteller (Straumann und Geistlich) in unserer Praxis seit vielen Jahren durchgeführt und gibt geschwächten Zähnen die Chance sich zu festigen und weiterhin viele Jahre in der Mundhöhle zu verbleiben.

Zahnfleischbehandlung: Recall

Für einen möglichst lang anhaltenden Erfolg der Parodontalbehandlung sind sowohl eine regelmäßige Nachsorge mit professionellen Prophylaxemaßnahmen als auch eine systematische, konsequente und intensive häusliche Zahnpflege von ausschlaggebender Bedeutung.

Um das erzielte Ergebnis möglichst lange stabil zu erhalten, sollte der Patient alle 3 Monate eine Kontrolle und eine Professionelle Zahnreinigung durchführen lassen. Aus klinischen Studien ist bekannt, dass 4 mal jährliche Zahnreinigungen den langfristigen Erfolg einer Parodontisbehandlung begründen.

Die Erhaltungstherapie bzw. Recall ist ein wichtiger Teil der Parodontalbehandlung.

In den Recall-Sitzungen werden diagnostische und therapeutische Maßnahmen sowie die Professionelle Zahnreinigung, Politur, Fluoridierung, die Reinigung unterhalb des Zahnfleisches und die Rezidivbehandlung durchgeführt.

Da Parodontitis eine chronische Erkrankung des Zahnhalteapparats ist, muss die individuelle Mundhygiene auf den Patienten abgestimmt und überdurchschnittlich intensiv, konsequent und zeitlebens betrieben werden.

Die Nachsorge ist ein wichtiger Abschnitt der Behandlung.

Zusätzlich von äußerster Wichtigkeit ist die eigene systematische und regelmäßige häusliche Pflege. Elektrische Zahnbürsten können einen sinnvollen Zusatz für die häusliche Mundhygiene darstellen. Bei Parodontitis-Patienten ist der Interdentalraum in der Regel erweitert und daher besonders zu beachten und zu behandeln.

Für die möglichst langfristige Erhaltung des Behandlungsergebnisses ist die systematische, regelmäßige und intensive Säuberung des Zwischenraumes eine wichtige Voraussetzung. Dazu braucht der Parodontitis-Patient Hilfsmittel wie Zahnseide, Zahnhölzer, Flauschzahnseide (Superfloss) und Interdentalbürstchen.
Aber auch für Nicht-Parodontis Patienten ist die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseiden oder Zwischenraumbürstchen unerlässlich. Es sei nochmals erwähnt, dass auch das Rauchen einen äußerst ungünstigen Einfluss auf die parodontale Gesundheit hat. In klinischen Studien wird daher parodontal geschwächten Patienten empfohlen, auf das Rauchen zu verzichten.