Oralchirurgie

Oralchirurgie2017-05-11T16:19:53+00:00

Zahnentfernung

Ein Zahn muss in der Regel dann entfernt werden, wenn er abgestorben ist, nur noch sehr locker sitzt oder durch Karies zu viel Zahnsubstanz zerstört wurde.

Die Zahnentfernung erfolgt in der Regel unter Lokalanästhesie. Manchmal müssen zur Zahnentfernung eine Krone abgenommen oder die Wurzeln des Zahnes voneinander getrennt werden. Nach vollständiger Entfernung des Zahnes wird die Wunde gesäubert. Bei Zahnentfernungen im Oberkiefer wird anschließend überprüft, ob die Kieferhöhle noch geschlossen ist.

Ist ein Zahn stark zerstört oder seine Wurzel gebrochen, kann er meist nicht einfach gezogen werden. Die Entfernung gelingt dann nur nach operativer Freilegung.

Beispiel – Zahnentfernung mit der Zange
Die übliche chirurgische Methode zur Zahnentfernung verläuft in drei Schritten:

1. Der Fassapparat am Zahnhalses getrennt. Der Zahn wird gelockert.

2. Der Zahn wird mit Hilfe einer Zange aus dem Zahnfach entfernt.

3. Das durch die Extraktion geweitete Knochenfach wird zusammengedrückt.

Zahnentfernung mit dem Hebel

Diese Methode wird bspw. bei weitgehender Zerstörung der Zahnkrone durch Karies und Frakturen angewendet, oder aber auch wenn ein Fassen mit der Zange nicht möglich ist.Zunächst werden die Wurzeln abgetrennt, dann werden sie mit dem Hebel aus dem Zahnfach gehoben.

Zahnentfernung durch Osteotomie

Diese Methode wird bei tief zerstörten, retinierten oder verlagerten Zähnen angewendet, bei denen die Extraktion über das Zahnfach nicht möglich ist. Sie verläuft in mehreren Schritten:

1. Freilegung des Kieferknochens
2. Abtragen von Knochensubstanz
3. Entfernung der Wurzelreste
4. Vernähen der Wunde

Knochenaufbau (Augmentation)

Für ein Implantat werden sowohl eine Mindest-Knochentiefe als auch ein Sicherheitsabstand im Unterkiefer zum Nervenkanal vorausgesetzt. Wenn nicht genügend Knochensubstanz vorhanden ist, kann ein Zahnimplantat keinen Halt finden.

Wird bspw. ein Zahn entfernt verändert sich auch die mechanische Belastung des Kieferknochens – die Höhe und Dicke des Kieferknochens nimmt in Folge dessen ab. Knochendefizite entstehen.

Knochendefizite lassen sich in vertikale und horizontale Knochenverluste einteilen, ein kombinierter horizontal-vertikaler Knochenverlust ist ebenfalls möglich. Ist keine ausreichende Menge an Knochen vorhanden, kann der Kieferknochen aufgebaut werden.

Für den Knochenaufbau (Augmentation), können folgende Materialien genutzt werden:

  • An anderer Stelle entnommenes Knochenmaterial
  • Knochenmehl, welches beim Bohrvorgang aufgefangen wird
  • Knochenersatzmaterial

Das neue Material wird dem Kieferknochen angelagert (bspw. vor oder auch während einer Implantation). Der menschliche Körper besitzt die Fähigkeit fehlende Knochenmasse nachzubilden – damit sich der Knochen allerdings neu bildet, benötigt dieser eine Stützstruktur. Hier kommt das körpereigene Knochenmaterial oder das Knochenersatzmaterial zum Einsatz: Es bietet Knochenbildungszellen (Osteoblasten) den notwendigen „Halt“.

In der heutigen Zeit werden Knochenersatzmaterialien sehr häufig eingesetzt. Mit ihnen lassen sich Defekte sehr gut abdecken, außerdem ist kein zusätzlicher Eingriff notwendig, um körpereigenes Material zu gewinnen.

Das Knochenersatzmaterial wird mit Membranen fixiert, die sich selbstständig abbauen, ein zusätzlicher Eingriff zur Entfernung der Membranen ist nicht notwendig. Die Einheilungszeit beträgt in den meisten Fällen ca. 6 Monate – danach können Implantate eingeschraubt werden.