Implantologie

Implantologie2017-05-11T16:12:06+00:00

Das Einsetzen von Implantaten stellt heute eine anerkannte und lang haltende zahnmedizinische Behandlungsform dar. Implantate sind künstliche, zumeist aus Titan bestehende Wurzeln und können in eine Zahnlücke oder einen zahnlosen Kieferbereich operativ eingesetzt werden. Der in den Kiefer implantierte Teil ist schraubenförmig – zylindrisch geformt. Der zweite Teil – der Implantatpfosten – wird später eingeschraubt und bietet dem Zahnersatz einen festen Halt. Die Form des Implantatpfostens wird durch die Art des Zahnersatzes und die Position des Implantats bestimmt. Die äußere Form des Implantats richtet sich nach den individuellen Kieferverhältnissen, dem Ort der Anwendung und seiner Aufgabe als Wurzelersatz.

Alle Implantate haben eine strukturierte Oberfläche, um die Einheilphase zu verbessern, und einen hochglanzpolierten Implantathals, damit sich des Zahnfleisch problemlos anlegt.

Von der operativen Vorbereitung bis zur Eingliederung des Zahnersatzes vergehen meist mehrere Wochen. Während der Einheilphase wird das Implantat durch eine Abdeckschraube geschlossen. Weitere unterschiedliche Einzelteile werden zur Abformung, zur technischen Herstellung und schließlich zur Befestigung des Zahnersatzes benötigt.
In unserer Praxis kommen ausschließlich Implantatsysteme deutscher Hersteller zum Einsatz, so dass wir die Qualität der verwendeten Produkte bis zum Herstellungsort nachverfolgen können (Firma Straumann, Freiburg).
Für die meisten Patienten ist dieser Eingriff weniger unangenehm als eine Zahnentfernung.
Wichtig ist, dass wir Ihren Gesundheitszustand vor der Implantation berücksichtigen können!

Informieren Sie uns bitte über alle Medikamente die Sie einnehmen, alle bestehenden Krankheiten und gelegentlichen Störungen.

Bauteile des Implantats

Implantat komplett

Implantat im Detail

Implantatschraube

Diagnostik

Jeder Zahnverlust verursacht Veränderungen und Abbau des zahntragenden Kieferabschnitts.

Für ein Implantat werden sowohl eine Mindest-Knochentiefe als auch ein Sicherheitsabstand im Unterkiefer zum Nervenkanal vorausgesetzt. Die Knochentiefe wird durch spezielle Röntgendiagnostik ermittelt.

Die reale Knochenhöhe wird mit Hilfe einer Tiefziehschiene mit eingearbeiteten Metallkugeln ermittelt. Zur Detailabklärung kann es erforderlich sein, zusätzliche Aufnahmen von einzelnen Zahnabschnitten zu machen.

Zusätzlich bietet sich heute die Möglichkeit durch dreidimensionale Bildgebungsverfahren die tatsächliche Knochensituation äußerst genau darzustellen. Dies bietet eine noch höhere Sicherheit bei der implantologischen Versorgung komplizierter Fälle. Dabei handelt es sich um die digitale Volumentumographie (DVT), eine Aufnahmetechnik, welche um das bis zu 10-fache strahlenärmer ist, als ein CT.
Der Eingriff wird in der Regel unter Lokalanästhesie durchgeführt, bei größeren und längeren Eingriffen ist es auch möglich, diese in Vollnarkose ambulant durchzuführen. Dies ist allerdings nur in seltenen äußerst schwierigen Fällen notwendig.

Behandlung

Man unterscheidet zwei wesentliche Vorgehensweisen in der Implantation:

Man unterscheidet 2 wesentliche Vorgehensweisen in der Implantation:

Die Sofortimplantation ist nur bei entzündungsfreiem Zahnfach, der so genannten Alveole, und in der Regel nur im Frontzahnbereich möglich. Das Zahnfach wird zunächst mit einer Pilotfräse mit kleinem Durchmesser vorbereitet, um dann das Knochenlager in Richtung Gaumen verbreitern zu können.

Wenn eine Implantation 4 – 6 Wochen nach einem Zahnverlust erfolgt, spricht man von einer verzögerten Sofortimplantation, die häufig notwendig wird, wenn zu entfernende Zähne und Zahnfächer nicht entzündungsfrei waren.

Im Gegensatz zu einer Sofortimplantation wird bei einer Spätimplantation das Implantatbett aus dem gefestigten/geheilten Kieferknochen heraus präpariert. In manchen Fällen kann nach der Implantation die künstliche Zahnwurzel sofort mit einem Provisorium versorgt werden.

Wir bevorzugen in unsere Praxis die Spätimplantation, um die Erfolgschancen möglichst günstig einschätzen zu können.

Weiterhin ist es möglich, fehlenden Knochen für das Implantatbett aufzubauen. Dazu gibt es zum einen die Möglichkeit, körpereigenen Knochen in direkter Nachbarschaft des Operationsgebiets zu entnehmen. Zum anderen besteht die Möglichkeit das Implantationsgebiet mit künstlichem Knochenersatzmaterial aufzubauen. Diese Materialen stammen von deutschen Firmen (Straumann, Geistlich) und gehören seit Jahren zur routinemäßgen implantologischen Unterstützung. Für Fragen stehen Ihnen unsere Zahnärzte gerne zur Verfügung.

Einzelzahnersatz

Einzelzahnersatz

Der Verlust einzelner Zähne lässt sich durch Implantate gut ausgleichen. Die künstliche Wurzel gibt dem Zahn einen sicheren Halt. Die Nachbarzähne müssen nicht – wie bei einer Brücke – beschliffen werden. Dies stellt einen enormen Vorteil gegenüber einer konventionellen Brückenversorgung dar, da auf diese Weise die Nachbarzähen maximal geschont werden.

Freiendversorgung mit einem Implantat

Implantatbrücke

Fehlt ein Zahn zur hinteren Begrenzung einer Lücke übernimmt ein Implantat die Aufgabe eines Pfeilerzahnes zur Brückenversorgung. Die Kombination Krone/Implantat ermöglicht hier eine Brücke. Selbstverständlich kann auch eine stark reduzierte Freiendsituation mit einer rein implantatgetragenen Brücke versorgt werden. In diesem Fall sind 2 Implantate oder mehr notwendig.

Verankerungen für herausnehmbaren Zahnersatz

Einzelzahnersatz

Im Oberkiefer aber auch besonders im Unterkiefer ist der Halt einer totalen Prothese problematisch. Oftmals werden Sprache und Kauen durch den problematischen Sitz oder die große Ausdehnung stark beeinträchtigt. Zwei bis sechs Implantate geben dem totalen Zahnersatz je nach Kiefer guten Halt und erlauben eine grazilere Gestaltung der Prothesen. Der Zahnersatz wird über sogenannte Locators oder Kugelkopfanker stabil auf dem Kieferknochen befestigt, sodass Kauen Sprechen und Lachen wieder uneingeschränkt möglich werden und somit die Lebensqualität steigt. Trotz stabiler Befestigung bleibt der Zahnersatz für die Patienten ohne großen Aufwand herausnehmbar und somit leicht zu reinigen.

Lebensdauer des Implantats

Entzündungsreaktionen am Implantat können letztlich zu einem Implantatverlust führen.

Implantatgestützter Zahnersatz muss genau wie die eigenen Zähne gepflegt werden. Hierbei sollte nach Eingliederung des Zahnersatzes eine spezielle Einweisung zur Pflege des Zahnersatzes durch das Prophylaxeteam erfolgen.

Im ersten Jahr sind Prophylaxekontrollen im Abstand von 3 Monaten sinnvoll. Anschließend kann ein individueller Recall-Abstand bestimmt werden.